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Eine Roadtrip mit der Harley durch Nord- und Mittelamerika



So sind die Straßen im Himmel!

2. September 2013 - Beitrag 1 von 5


Schon abgefahren, dass ich hier eine Woche verstreichen lasse! Die übrigens gegen Ende der Hammer wurde. Die 110th Celebration Party von Harley hat ein Ende gefunden. Und ich war dabei!!


Bevor ich darüber berichte und ein paar Bilder dranhänge - die lade ich übrigens gerade erst ins Netz - liefere ich noch schnell den bereits versprochenen Beitrag zu den Smoky Mountains. Wie angekündigt waren diese paar Tage in den Höhen North Carolina ein (erstes) Highlight auf meiner Reise! Schöne Kulisse für Reiselustige und abgefahrene Strecken für die Biker unter euch.


Über Tellico Plains (TN) ging es los. Erste nette Aussichten auf das, was mich noch erwartet. Diese Teilstrecke über die 143 habe ich noch am 21.8. geschafft, denn mich sollte ab Robbinsville (NC) gleich am frühen Vormittag des Folgetages der bekannte Tail of the Dragon erwarten. Immer wieder wird über diese 11 Meilen in Magazinen berichtet und es finden sogar geführte Touren statt. Diese Strecke ist dermaßen beliebt, dass eine Vielzahl von Kurven von Profifotografen belagert wird. Diese Schnappschüsse kann man dann online für teures Geld kaufen. Mich haben sie natürlich auch mehrfach erwischt.


Der Dragon's Tail liegt übrigens auf der 129 (die letzten 11 Meilen innerhalb der Smoky Mountains auf der Tennessee Seite - siehe Screenshot), beginnt auf Höhe des Tapoco Dammes (jetzt auch bekannt als Fugitive Dam weil 1993 der Sprung von Harrison Ford in The Fugitive hier gedreht wurde) und bietet neben einer schönen Kulisse ganze 318 Kurven.








Das Fahren hat unbeschreiblich viel Spaß gemacht. Das soll's aber nicht gewesen sein. Über den Foothill Parkway und die 321 ging es weiter. Die US 441 hat dann dem Tag auf dem Weg nach Cherokee (NC) einen tollen Abschluss verliehen!


Einen Tag später ging es mit dem bekannten Blue Ridge Parkway weiter. Diese Straße hatte mit eine Bekanntschaften unten in den Keys Floridas empfohlen. Und Empfehlungen nehme ich ernst! Komplett sollte ich ihn aber nicht fahren, schließlich geht die Strecke über ganze 469 Meilen und endet erst in Virginia. Auf Höhe Sparta (NC) verließ ich den Parkway.


Der Tag blieb noch spannend. Erst erwischte ich eine Stelle Rollsplitt in der Abzweigung und legte mich hin. Zum Glück nur ein paar Kratzer an der Harley und ein paar blaue Flecken am Bein.


Später wurde es dann wirklich brenzlig. Mir kam ein riesiger Laster mit Baumstämmen entgegen. Als sich dann ein etwa helmgroßes Stück Holz löste und frontal auf mich zuschoss, dachte ich, das wäre es gewesen! Die Entscheidung, ca. 1 Meter nach rechts auszuweichen war zum Glück die Richtige denn das Teil zischte links an mir vorbei. Nach etwa 10 Minuten schlug die Pumpe wieder normal schnell und ich setze meine Fahrt fort. Das soll dann mal reichen, für die nächsten paar Monate, solche Schreckmomente...









Die Mutter aller Straßen

5. September 2013 - Beitrag 2 von 5


Es ist unglaublich aber ich muss schon wieder vorgreifen! Noch habe ich die Lücke zwischen Huntington (WV) und Milwaukee/Chicago (WI/IL) zu schließen, aber ich darf euch nicht vorenthalten wie unbeschreiblich der gestrige Tag war!


Ich habe also am 3.9. Chicago verlassen um der Route 66 hinterher zu jagen. Es ist wahrhaftig ein schönes Gefühl. Man spürt förmlich wie man ein Teil der Geschichte wird. Ausgesprochen viel Spaß macht es erst recht da die Route sogar mit klar zu erkennenden braunen Straßenschilder ausgeschildert ist. Also kein lästiges Kartenmaterial oder wiederholte Navianpassungen.


Es ist besonders wichtig auch die eine oder andere Sehenswürdigkeit mitzunehmen. Klar kennen wir alle schon die Bilder vom Gemini Giant, vom Tall Paul oder wie alte Tankstellen und Reklameschilder im Vintage Style ausschauen, aber es ist doch etwas anderes wenn man dann davor steht. Mindestens ein Foto mit dem Smartphone war drin.


Und dann geht es um Begegnungen. Ständig passiert das, was ich aus früheren Backpacker-Reisen kenne und bis dato vermisse: man trifft auf Gleichgesinnte. In diesem Fall Biker. Erst eine 12-köpfige Gruppe mit Reiseführer. Die Gruppe ist aus Brasilien. Top, sofort mal auf Portugiesisch losgelegt. Schön, ich kann die Sprache noch! Mit dem Reiseführer, Marc, verabrede ich mich gleich - wir sehen uns Anfang Oktober in Los Angeles.


Ich bin am Packen und will los, da kommen bereits die paar nächsten. Donny ist schneller bei mir als ich startklar bin, denn er will wissen wo ich her bin. Er selber (sowie seine drei Kumpanen) ist aus Mexiko-City - und gleich die nächste Verabredung. Wir tauschen Mailadressen aus. Natürlich auf Spanisch - diese Sprachkenntnisse sind auch noch nicht eingerostet.


Das alles könnte eigentlich schon für einen perfekten Tag gereicht haben, aber nein, die Fahrt nach Springfield (IL) werde ich so schnell nicht vergessen. Es wurde ungewollt etwas spät und so kommt es, dass ich der untergehenden Sonne entgegenfahre. Welch eine Feierabendstimmung! Der Straßenzustand ist stellenweise eine Katastrophe aber trotzdem wünsche ich mir, dass dieser Tag nie zu Ende geht.


Ich verspreche euch, dass ich nicht von jedem Tag auf der Route 66 berichten werde. Zumindest versuche ich es. Haha! Aber dieser Einstieg musste sein! Wie der weitere Verlauf aussieht, steht noch in den Sternen. Illinois und Missouri fahre ich auf jeden Fall noch durch. Die Route verläuft für ein paar Meilen in Kansas - vielleicht steige ich hier aus, da ich ja auch noch in den Norden möchte. Oder aber ich fahre bis Texas durch und verlasse die Route 66 im berüchtigten Amarillo. Komplett fahre ich sie aber garantiert nicht. Möchte ja erst in einem Monat in Los Angeles sein…


Abschließend noch 2 Fotos von der Straße. Ist natürlich ein Ausnahmezustand. Normalerweise sieht der Belag nicht ganz so authentisch aus… Auf dem ersten Bild erkennt man ein Nachbau gemäß der damaligen Zeit. Und auf dem zweiten Foto wage ich zu bezweifeln, dass es sich um den Originalzustand handelt. Oft werden entlang der jetzt ausgeschilderten Strecke, zusätzliche Nebenstrecken vorgeschlagen. Man fährt einen kleinen Schlenker über eine halbe Meile und ist quasi haargenau auf der Route 66 gewesen.

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